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 Ungeklärter Vorfall am 14. April 1951: Der Tag an dem es... 
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Beitrag Ungeklärter Vorfall am 14. April 1951: Der Tag an dem es...
Ungeklärter Vorfall am 14. April 1951: Der Tag an dem es Flugzeuge regnete !!!

Der 14. April 1951 schien für die Menschen in der Niederlausitz ein normaler Tag zu werden. Doch plötzlich braute sich im schmalen Korridor rund um das Dorf Kemlitz ein heftiges Unwetter zusammen. Aus dem dunklen Himmel fielen nicht nur Schnee und Hagel, sondern auch sowjetische Iljuschin-Kampfflugzeuge.

Insgesamt stürzten innerhalb von wenigen Minuten zahlreiche Iljuschin-Maschinen ab.

26 Rotarmisten verloren ihr Leben.

War es ein Unglück? Oder Sabotage? Die Hintergründe sind bis heute ungeklärt.

Bild

Hulda Schiller aus dem kleinen Dorf Sieb in der Niederlausitz schaute ungläubig zum Himmel. Da kam urplötzlich mit Getöse von Westen her im Tiefflug ein Flugzeug über sie hinweggebraust, während sie auf dem Feld arbeitete. „Wir schauten ungläubig: rast der in das Haus? Die Kiste zog aber nochmal hoch und schaffte es noch über den Berg. Dann erfolgte der Aufschlag.“ Hulda Schiller war nicht die einzige, die an diesem 14. April 1951 ein abstürzendes Flugzeug beobachtete. Die zwei Lokalhistoriker Fred Tzschoppe und Reinhard Wildau haben in mühevoller Kleinarbeit Jahrzehnte später eine ganze Reihe Zeugen dieser Abstürze gefunden und befragt.

Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine Iljuschin 10 der sowjetischen Luftwaffe. Das Modell war gerade neu in Dienst gestellt worden. An diesem Samstag gab es offenbar eine größere Übungseinheit, während der zahlreiche Maschinen in den Himmel geschickt wurden.

Die Piloten sollten den Umgang mit den neuen Maschinen üben, deshalb war jeweils auch ein Fluglehrer an Bord. Die Mannschaften gehörten zur 114. Garde-Schlachtfliegerdivision (114. GwSchAD), die in Jüterborg stationiert war. Die Flugzeuge waren vom nahegelegenen Feldflugplatz Reinsdorf gestartet.

Der Massenabsturz verursachte 26 Tote:

Was kurz nach den Starts passierte, ist bis heute ungeklärt. Im Ergebnis fanden insgesamt 26 Soldaten, den Tod, weil sie mit ihren Maschinen abstürzten. Es handelte sich bei den Opfern um jeweils 13 Piloten und 13 Fluglehrer, also die Besatzungen von 13 Iljuschin. Abgestürzt sind aber offenbar noch mehr Flugzeuge, denn einige Besatzungen konnten sich retten oder schafften zumindest eine Bruchlandung ohne schlimme Folgen.

Von solchen Notlandungen berichteten jedenfalls Zeugen des Massenabsturzes. Die Absturzstellen wurden sehr schnell von den sowjetischen Militärs abgesperrt, Deutsche sollten möglichst wenig davon mitbekommen. Deutsche Polizei, die noch schneller vor Ort gewesen war, wurde wieder weggeschickt.

Zu DDR-Zeiten schwiegen die Behörden sowohl in Moskau als auch in Ost-Berlin. Für einfache DDR-Bürger war es nicht ratsam, über das Thema zu reden. So geriet die ganze Sache im Laufe der Jahre und Jahrzehnte in Vergessenheit.

Sowjetische Akten enthüllten Befehlshaber:

Klarheit könnten, wenn überhaupt, nur die sowjetischen Akten geben. Doch sie liegen verschlossen im Archiv. Allerdings scheint der sowjetische Historiker Jewgenij Tolmatschtej bei den Recherchen für ein Buch, das er 2010 veröffentlichte, bekommen zu haben.

Demnach sei den verantwortlichen Offizieren bekannt gewesen, dass sich über der Gegend, in der ihre Flieger üben sollten, eine gefährliche Wetterlage zusammenbraute. Marschall Werschinin, Leiter des Dienstbereichs Schulung und Training der Luftwaffe verkündete, er sei schließlich auch im Krieg und bei noch schlechterem Wetter geflogen. Er befahl den Start.

Flugzeuge rasten in Unwetter:

War das Wetter schuld an Abstürzen? Lag der Grund in purer Schlamperei während der Flug-Vorbereitungen? Handelte es sich gar um Sabotage? Oder vielleicht eine gescheiterte Massenflucht in den Westen? Für alle vier Theorien gibt es Hinweise.

Das meiste deutet jedoch auf das Wetter als Ursache hin. Offenbar bildete sich kurz nach dem Start ein lokal sehr begrenztes, aber sehr heftiges Unwetter. Es gab Zeugen, die eine tiefschwarze Gewitterfront an diesem eher kühlen Tag kommen sahen, andere berichteten von einem starken Sturm, von urplötzlich einsetzendem Hagel und starken Schneefall. Die sowjetischen Flugzeuge rasten direkt in dieses Unwetter hinein.

Piloten verloren im Schnee die Kontrolle:

Für die Piloten der Iljuschins war das eine Katastrophe. Sie konnten aufgrund des starken Schneefalls nichts mehr sehen, aber sie konnten sich nicht auf die Geräte verlassen und mit ihrer Hilfe fliegen, weil sie den Umgang damit ja gerade erst lernen sollten. Mehrere Zeugen berichteten von orientierungslos wirkenden Flugzeugen, die mal in den sehr tiefhängenden Wolken, mal darunter flogen. Schließlich verloren die Piloten wohl die Kontrolle und stürzten ab.

Gleichwohl gibt es Zweifel an dieser Theorie. Denn ein Flugzeug stürzte so weit entfernt von den anderen ab, dass man davon ausgeht, es könne eigentlich nicht durch das Unwetter geflogen sein.

Eventuell waren die Iljuschins falsch betankt:

So kommt eine andere Theorie ins Spiel: Den mit den brandneuen Iljuschin 10 wenig vertrautem Bodenpersonal könnte ein verhängnisvoller Fehler beim Betanken der Flieger unterlaufen sein. Denn anders als das Vorgängermodell Iljuschin 2 und die meisten anderen Modelle tankte die moderne Iljuschin 10 nicht Benzin, sondern Kerosin. Durchaus möglich, dass das beim Betanken der Flugzeuge nicht bedacht wurde – mit der Folge, dass die Motoren nicht die benötigte Leistung erbrachten und an zu stottern anfingen.

Ein solches Motorenstottern wollen mehrere Zeugen, über deren Köpfe die Maschinen kurz vor den Abstürzen brausten, gehört haben. Ein solches Verhalten des Bodenpersonals wäre eine unglaubliche Schlamperei gewesen, die 26 Kameraden das Leben gekostet hätte.

Handelte es sich um Sabotage oder eine gescheiterte Flucht?

Es sei denn, der falsche Treibstoff sei absichtlich in die Tanks eingefüllt worden. Dann würde es sich um Sabotage handeln – von wem auch immer. Einen Hinweis darauf brachte ein Gastwirt an, in dessen Kneipe häufig sowjetische Soldaten verkehrten.

Er wollte gehört haben, wie die Soldaten eines Tages genau über die Möglichkeit einer Sabotage spekulierten. Offensichtlich war das also Thema in ihren Reihen.

Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, dass Piloten in einer Art konzertierter Aktion in den nahen Westen fliehen wollten. Auch das ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, weil Zeugen behaupteten, sie hätten Maschinengewehrfeuer gehört – als ob also die Iljuschins sich gegenseitig beschossen hätten.

Sicherheit können nur die sowjetischen Akten geben:

Die beiden Lokalhistoriker Fred Tzschoppe und Reinhard Wildau wollen solche Theorien nicht völlig von der Hand weisen.

Aber sie halten am wahrscheinlichsten eine Kombination aus der Wetter- und der Betankungsthese. Möglicherweise sei aus Unwissenheit zunächst Benzin statt Kerosin eingefüllt worden und dann aus Verantwortungslosigkeit der Vorgesetzten die jungen Piloten der Start befohlen worden. Klar ist aber: Sicherheit darüber könnten nur die internen sowjetischen Akten geben.

Die Sowjets wollten die peinliche Angelegenheit natürlich am Beginn des Kalten Krieges unbedingt unter der Decke halten. Das gelang allerdings nicht. Sowohl der Berliner „Tagesspiegel“ als auch der Radiosender RIAS Berlin bekamen davon Wind und berichteten.

Stalin tobte:

Als Stalin von der Sache informiert wurde, tobte der sowjetische Diktator. Er forderte den Kopf von Marschall Werschinin, der den Start der Flugzeuge befohlen hatte. Diesem Befehl wurde allerdings nicht nachgekommen, offenbar verlief die Sache im Sand.

Die Leichen der 26 Männer – die jüngsten waren 22 Jahre alt – wurden in drei Gräberanlagen auf einer sowjetischen Kriegsgräberstätte in Potsdam begraben. Dort ruhen sie noch heute. Auf den Grabsteinen findet sich die Silhouette der Iljuschin 10.

QUELLE: http://www.pravda-tv.com/

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Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! Bertolt Brecht


26. Aug 2016 17:36
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